Die Mär der

Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber

In den "Kompass 2030"-Veranstaltungen wurde behauptet, das Ziel, dass der BR zu den 10 beliebtesten Arbeitgebern Bayerns gehören solle, sei schon erreicht. Laut Suchmaschinen und eingängiger Jobportale ist der BR nicht unter den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber Bayerns. 
Wie kommt es dann zu solch einer Einschätzung im BR? Verwaltungsdirektor Frenzel hat eingeräumt, dass es keine Studie gibt, nach der der BR zu den 10 attraktivsten Arbeitgebern Bayerns gehört, sondern nur eine Umfrage, nach der der BR zu

den 10 bekanntesten Firmennamen Bayerns gehört (wobei auch das nicht durch Suchmaschinen und Jobportale bestätigt wird). Dennoch hält sich das Gerücht, dass der BR ein "Top 10"-Arbeitgeber sei,
denn anscheinend traut sich keiner, diesen Unterschied der Intendantin zu erklären. 
Ähnliches hört man immer wieder: Das direkte Umfeld der Intendantin schirmt sie ab und reicht Kritik und Probleme der MA anscheinend nicht an sie weiter.

Nicht nur, dass wir aktuell nicht zu den Top 10 der attraktivsten Arbeitgeber Bayerns gehören, das werden wir auf absehbare Zeit auch nicht sein, denn es gab in den letzten Jahren immer wieder Verschlechterungen für die MA, Verschlechterungen, die es bei anderen Arbeitgebern nicht gab. Jede einzelne mag für sich allein „nicht so schlimm“ sein, aber sie summieren sich mehr und mehr, was die MA immer mehr demotiviert und dazu führt, dass man sich von dem Ziel, zu den 10 attraktivsten Arbeitgebern Bayerns zu gehören, immer weiter entfernt.
Beispielhaft seien genannt:

- Nicht endender Stellenabbau in der Produktion: nach der

  Halbierung der Produktion im Rahmen des Projekts FSP2025

  nun weitere 30% Nicht-Nachbesetzung von freiwerdenden

  Stellen inkl. befristeter Stellen
⁃ Auslagerung gerade der schönen und damit für die MA

  besonders motivierenden Produktionen
⁃ Kontinuierliche Arbeitsverdichtung, da trotz Stellenabbau das

  Arbeitspensum nicht heruntergefahren wird
- In mehreren Bereichen Streichung der halben

  Entlastungsstunde für erschwerte Arbeitsbedingungen, im

  Ergebnis also Hochsetzung der Wochenarbeitszeit

  von 38 auf 38,5 Std.

- Nicht alle Azubis werden übernommen, oder sie werden nur als

  Gagisten oder im Rahmen von ANÜ beschäftigt.
- Die Geschäftsleitung will den Urlaub bei LZK-Entnahme kürzen

  (das bedeutet in der Spitze eine Entwertung des LZK um 14,5%).
- Jetzt will die Geschäftsleitung die Verrechnungszeiträume für

  Überstunden von derzeit zwei Quartale sogar auf ein Kalenderjahr

  verlängern.
- Reduzierung der Anrechnung von Fahrtzeiten bei Dienstreisen
-

  Kürzung der Jubiläumszahlungen für langjährig Beschäftigte 
- Reduzierung von Spät-, Sonntags- und Feiertagsschichten mit

  der Folge zum Teil deutlicher finanzieller Einbußen für

  Mitarbeiter im Schichtdienst
- Abschaffung des internen und

  externen Zehrgelds

- Abschaffung der Betriebsausflüge

Übrigens: Das Schweizer Fernsehen hat seine im Jahr 2000 als „TPC“ ausgelagerte Produktion im Jahr 2020 wieder zurückgeholt. Argumente für die Wiedereingliederung: Synergien und Kosteneinsparungen. Mit denselben Argumenten hat auch der ORF seine zum Teil ausgelagerte Produktion wieder zurückgeholt. Wenn unsere Nachbarn ihre Fehler von früher inzwischen korrigiert haben, warum will dann der BR diese Fehler überhaupt erst wiederholen?

All dies führt zu einer steten Verschlechterung.
Viele MA resignieren und meinen, es ändere sich nichts mehr zum Besseren. 
Beispielhaft konnte man das sehen, als Anfang März im Intranet bekannt gegeben wurde, dass die ARD die Programme ARD alpha, Tagesschau24 und One einstellen wird: Es gerade mal einen kritischen Kommentar - während bspw. bei Kantinenthemen die Kommentarspalte überläuft. 
In Gesprächen im Kollegenkreis hört man viel Frust und Unverständnis über diese Entscheidung, aber keiner sagt oder schreibt mehr etwas, weil jeder das Gefühl hat, doch nichts mehr bewirken zu können. Genauso ist es bei anderen gravierenden Themen wie Personalabbau und weiteren Kürzungen und Streichungen. Ein Kollege sagte, man geht regelmäßig in „Teams“-Schalten, in denen die Chefs sagen, wie gut die Abteilung sei und dass alles gut laufe - um dann wieder an seinen Arbeitsplatz zu kommen, mit immer mehr Aufgaben und Stress, und eben nicht den Eindruck zu haben, dass es gut läuft, sondern nur, dass die Chefs es sich leicht machen und Aufgaben abwälzen. 
Auf Verbesserungsvorschläge wird kaum reagiert.

Der BR funktioniert noch, weil viele MA aus Idealismus oder Berufsethos sich noch anstrengen, aufopfern, länger und mehr arbeiten, als sie müssten. Dies lässt aber nach, und es wird der Zeitpunkt kommen, da dies kippt. Der BR funktioniert also noch auf Kosten der MA, die für ihren Idealismus nicht entsprechend gewürdigt werden (Übernahme höherwertiger Aufgaben ohne entsprechende Bezahlung, geringe Tarifsteigerungen unterhalb der Inflationsrate, wenige Schulungen, kaum berufliches Vorankommen …).

Es wird aber der Kipppunkt kommen, an dem MA nicht mehr bereit sind, sich bei solchen Arbeitsbedingungen aufzureiben, und nur noch Dienst nach Vorschrift machen oder – schlimmer noch – sich schon im Zustand innerer Kündigung befinden.

Auch wenn es schwierige Zeiten sind, versuchen Die NEUEN, sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzusetzen.


(Link, was haben wir erreicht)


Und wenn Direktoren und HA-Leiter der Intendantin nicht reinen Wein einschenken, muss der Personalrat ihr ins Gewissen reden.
Denn nur dann kann sich auch die Sichtweise der Intendanz ändern.

Wir wollen uns auch weiter für Dich einsetzen.
Dafür brauchen wir Deine Stimme.